Die meistbewerteten Schlepper auf traktortalk

Vielseitige Klassiker unter den Traktoren: Die beliebtesten Modelle von Fendt, John Deere und Case IH sind jederzeit im Einsatz  
Markentraktoren aus den Neunzigern und den ersten Jahren des neuen Jahrtausends sind auch heute noch Alltag auf vielen Höfen. Einige von ihnen, einst der Stolz einer neuen Baureihe, sieht man besonders häufig. Dazu gehören der Fendt Favorit 926 Vario ebenso wie der John Deere 7810 oder der Case IH 1455 XL. Diese drei, gestartet als Verkaufsschlager und erfolgreich vermarktet über Jahre, bewähren sich auch heute als Arbeitsmaschinen auf vielen Höfen. Der Fendt erreichte unter Fans der Marke echten Kultstatus, während der Case IH als letztes noch produziertes Modell einen historischen Schlusspunkt hinter die Geschichte der IHC-Schlepper setzt. Die verkaufsstarken Traktoren finden sich als Youngster und Gebrauchtschlepper auf dem Markt: Das Preis-Leistungs-Verhältnis rechnet sich bis heute, denn viele Landwirte verlassen sich auf die bewährte und bekannte Markentechnik der drei großen Anbieter. Schauen wir uns die drei Stars ihrer Reihe im Porträt einmal näher an. 

Das Flaggschiff einer neuen Klasse: der Fendt Favorit 926 Vario

Fendt Favorit 926 Vario

Mitte der neunziger Jahre erschien eine neue Traktorenreihe auf dem Markt, mit der Fendt nicht zum ersten Male Maßstäbe setzte. Ab 1996 rollte der Fendt Favorit Vario vom Band, allen voran der 926 Vario. Das Besondere am neuen Fendt war das stufenlose, leistungsverzweigte Getriebe, das erste seiner Art auf dem Weltmarkt. Vorgestellt auf der Agritechnica 1995, eroberte das neue Getriebe bald nicht nur den eigenen Konzern. Fortan bekam jede weitere Fendt-Baureihe das neue Vario-Getriebe, die hohe Nachfrage bestätigte den Traktorenbauer im Erfolg dieser technischen Neuentwicklung. In den Folgejahren stiegen immer mehr namhafte Traktorenbauer auf die neue Getriebevariante um.  
Der erste Vario – gebaut wurde der Fendt Favorit 926 Vario in den Jahren 1996 bis 1999 – bekam eine charakteristisch geformte, eckige Motorhaube. Der Motor überzeugte mit einem Sechszylinder von MAN, mit Ladeluftkühlung, Stoßaufladung und 6,87 Liter Hubraum. Wie seine kleineren „Brüder“ basierte der Vario 926 auf der Favorit 800- Reihe. Das Flaggschiff bekam neben dem MAN-Sechszylinder eine Druckbefeuerung per Wastegate-Turbo. Das Getriebe des Vario 926 unterscheidet sich deutlich von der Vorgänger-Serie: Hier setzt der Traktorenbauer aus Marktoberndorf auf einen hydromechanisch-leistungsverzweigten Triebsatz. Damit lässt sich der 260-PS-Schlepper stufenlos von null bis 50 km/h beschleunigen: Der Fahrkomfort und die Beschleunigungswerte halten nahezu mit einem zeitgenössischen PKW mit. Auch die gefederte Kabine und die ebenso gesicherte Vorderachse verbesserten den Fahrkomfort erheblich.  
Die Baureihe 900 wurde ab 2001 fortgesetzt: Nun erreichte der Schlepper mit magnetventilgesteuerter Radiokolben-Verteilerpumpe von Bosch eine Überleistung von rund zehn Prozent. Zusätzlich sind in diesen Modellen auch Kompaktkühlung, elektronische EDC-Motorregelung und ein Nadelbewegungssensor verfügbar.  
Dank Komfort und technischen Details ist der Fendt Favorit 926 Vario, der heute fast so etwas wie Kultstatus genießt, sowohl in der Bodenbearbeitung als auch für lange Transportwege ideal.  

John Deere 7810: bewährte Technik kombiniert mit neuer Power

John Deere 7810

Er war und ist der Star der John Deere 7010-Baureihe: Ab 1997 produzierte der amerikanische Traktorenbauer das Modell 7810. Die neue 7010er Baureihe ersetzte die Serie 7000. Das 8,1-Liter-Triebwerk wurde aus der 8000er Reihe der Marke übernommen. Im Jahr 2001 nahm das Unternehmen eine Leistungssteigerung vor: Modelle mit diesem Baujahr waren nun mit Option auf ein stufenloses Getriebe sowie mit höherer Nennleistung zu haben.  
Bis 2003 lief der beliebte Großschlepper vom Band. Ein zugstarker Sechszylinder Dieselmotor mit einer Leistung von 129 kW beziehungsweise 175 PS und 8.134 cm3 Hubraum treibt den Schlepper an. Die Modelle vor dem Jahr 2001 haben 170 PS. Das PowerQuad Getriebe verfügt wahlweise über 16/16 oder 20/20 Gänge. Spitzengeschwindigkeiten von 42 km/h sowie die gefederte Vorderachse ermöglichen komfortable Fahrten auch auf längeren Routen. Das PowerQuad Getriebe wurde auch als AutoQuad Getriebe mit elektrischen Lastschaltstufen angeboten. Alternativ wurde der 7810 mit einen PowerQuad II Triebwerk ausgestattet, das eine Endgeschwindigkeit von 50 km/h zulässt.  
Mit einem Eigengewicht von 6.620 kg und elfeinhalb Tonnen zulässigem Gesamtgewicht galt der John Deere bald als Spezialist für schwieriges Gelände. In der geräumigen, komfortablen Kabine sorgt die Klimaanlage für eine optimale Arbeitsatmosphäre. Wahlweise war das Modell mit AMS System zu bekommen: So ließ sich die Produktivität per GPS-Felddokumentation steigern.  
Neben dem PowerQuad II Getriebe statteten die Mannheimer Schlepperbauer auf Wunsch mit weiteren Sonderausrüstungen aus: So bekamen Landwirte ihren John Deere 7810 wahlweise mit bequemer Comfort-Guard-Kabine, mit Druckluftbremse und Allradantrieb, als PowerShift-Triebwerk, mit Frontlader und Fronthydraulik.  
Nicht zuletzt wegen der umfangreichen Sonderausstattungen, aber auch wegen der zuverlässigen Leistung direkt unterhalb der Großtraktoren-Klasse ist der John Deere 7810 bis heute ein Verkaufsschlager auf den Traktorenbörsen. Zuverlässig erledigt der Allround-Schlepper vielfältigste Aufgaben auf dem Acker und dem Hof.  

Case IH 1455 XL: Ein Klassiker beendet die Geschichte von IHC

Case IH 1455 XL

Bis 1996 lief er in Neuss von den Bändern: Der Case 1455 XL ist weltweit der letzte Traktor, der vom Traktorenbauer IH konstruiert wurde und auch elf Jahre, nachdem sich Case und IH zusammenfanden, gebaut wurde. Der letzte seiner Art ist heute zugleich ein Klassiker unter den Youngtimern geworden: Als vielseitiger Standardschlepper wird der Case IH 1455 XL ungern weitergegeben, aber umso lieber gekauft.  
Wie alle Case IH-Schlepper vereint auch der 1455 XL Leistung mit überschaubarer Bedienung sowie hoher Zuverlässigkeit. Die innovative Technik reduzierte den Kraftstoffverbrauch spürbar. Der Viertakt-Motor mit sechs Zylindern kommt mit effizienter Direkteinspritzung und Turboaufladung. Der Hubraum von 6,6l macht den Traktor zum leistungsstarken Vielseiter auf dem Acker. Der Allrad-Traktor verfügt über eine lastschaltbare Differentialsperre und eine hydraulische Betriebsbremse, die dank Einzelradbremsung auch auf schwierigem Gelände für Sicherheit sorgt. Der Traktor wird per Scheibenbremse ausgebremst. Die Lenkung ist hydraulisch und geht besonders leicht von der Hand. Etwa 200 Liter Kraftstoff hat der Case IH an Bord, damit sind langwierige Arbeiten ebenso wie weite Strecken kein Problem.  
In der Kabine findet sich ein optimierter Arbeitsplatz: Hier sorgen Heizung, wahlweise eingebautes Radio oder Funk für Komfort und die nötigen Informationen. Ausstellbare Heck- und Seitenfenster sowie die optionale Klimaanlage sichern die nötige Frischluftzufuhr. Mit vier serienmäßigen Arbeitsscheinwerfern sind auch Arbeiten in den späten Abendstunden problemlos möglich.  
Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende der Produktion erfreut sich der Case IH nach wie vor großer Beliebtheit. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt dank seiner Vielseitigkeit und der einfachen Bedienbarkeit bis heute: So leistet der 1455 XL auf zahlreichen Höfen und Lohnbetrieben bis heute gute Dienste. 

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